Entlaufen – was kann man tun?
Tipps für Momente der Kopflosigkeit


Egal ob es sich um eine Kurzzeitpflege handelt oder ein Welpe in sein neues Heim wechselt: Wann immer ein Hund mein Haus verlässt, trägt er Adresse und Telefonnummer am Halsband und ist begleitet von ausführlichen schriftlichen Informationen.

Mein Merkblatt „Entlaufen" entstand vor vielen Jahren und wird bei Bedarf überarbeitet und durch neue Ideen ergänzt. Ich habe leider früh – als Jugendliche – mit diesem Thema eigene Erfahrungen machen müssen. Wer jemals betroffen war, der weiß, dass man in Panikstimmung nicht mehr klar denken kann. Eine Art Checkliste kann hier helfen. Sie sollte sorgfältig vorbereitet und für jeden schnell greifbar bereit liegen. Bitte passen Sie alles unbedingt regelmäßig ihren technischen Möglichkeiten an!


Vorsorgemaßnahmen:

Jeder Hund, der in Ihrem Haushalt lebt, sollte unbedingt registriert sein und ständig einen Adressanhänger tragen.

Zwei Organisationen bieten diesen Service kostenlos an:


TASSO - Haustierzentralregister f. d. Bundesrepublik Deutschland e.V.
Frankfurter Str. 20
65795 Hattersheim
Tel.: 06190 - 4088
Fax: 06190 - 5967
https://www.tasso.net

Tierschutzbund Deutsches Haustierregister
Baumschulallee 15
53115 Bonn
Servicetelefon: 01805 - 231414
Fax: 0228 - 6049640
https://www.registrier-dein-tier.de


Vorbereiten:
Sie brauchen ein gutes, aussagekräftiges Foto Ihres Hundes. Gestochen scharf, kontrastreich, Hintergrund weiß/hell und möglichst nicht gemustert. Möglichst ganzer Körper von der Seite. Evtl. Detailfotos, die zusätzliche wichtige Informationen liefern.

Dies Foto sollten Sie immer dabei haben, ein weiterer Abzug ist beim Impfausweis und anderen Dokumenten, die das Tier z.B. bei Urlaubspflege begleiten.

Sie verlieren unnötig Zeit, wenn Sie im Falle eines Verlustes erst umständlich Ihre Fotosammlung durchsuchen müssen. Oft sind Sie unterwegs und können nicht heim, weil sie den Hund suchen müssen. Halten Sie unbedingt die Fotos bereit – und zwar mehrfach!


Was in der ersten Stunde zu tun ist:

  • Wenn Ihr Hund auf einem Spaziergang verschwunden ist, ziehen Sie sich unbedingt, bevor Sie den Ort verlassen, ein Kleidungsstück aus (Jacke, Strumpf, Wäsche, Socke).
  • Legen sie dies auf dem Boden aus. Wenn es eine geschütztere Stelle gibt, ist das günstig (Kellerfensterecke, unter Busch oder Baum). Fügen Sie in Wohngegenden eine Erklärung bei, weshalb die Kleidung dort liegt. Bringen Sie beim nächsten Mal das Körbchen des Hundes dort hin oder eine Liegedecke. Bitten Sie die Anwohner um Benachrichtigung, wenn der Hund gesehen wird ( Suchzettel, Adresse schriftlich geben!)


Fast alle Hunde kommen in einer ruhigen Stunde über kurz oder lang an die Stelle zurück, wo sie den Kontakt zu ihrem Besitzer verloren haben. Sie bleiben u.U. auf Ihrer Kleidung liegen oder sie entfernen sich nicht allzu weit davon, kommen vielleicht wenigstens nachts zurück. Der vertraute Geruch gibt gerade schüchternen Tieren viel Sicherheit und veranlasst sie, in der Nähe zu bleiben.   Eine Kontrolle in aller Frühe - bevor andere Menschen aufgewacht sind - ist gerade bei ängstlichen Hunden sinnvoll und Erfolg versprechend.


Im Notfall richtig handeln!
Beiden oben genannten Organisationen sollten Sie augenblicklich melden, das Ihr Hund verschwunden ist. Zunächst telefonisch – die Leute sind sehr erfahren und können wertvolle Ratschläge geben. Später per Mail oder Post.

Benachrichtigen Sie außerdem:

  • Polizei (ggf. Autobahn-Polizei)
  • lokale Tierschutzvereine, Tierheime,
  • Forstämter, Untere Jagdbehörde, Jagdpächter
  • Bauernhöfe
  • Ordnungsämter
  • Fundbüros


Such-Zettel
Entwürfe für Suchzettel können und sollten Sie vorbereiten: Überlegen Sie sich in aller Ruhe,

  1. welche individuellen Merkmale, welche Daten und Angaben für das Erkennen Ihres Hunde wichtig sein könnten
  2. Verwenden Sie unbedingt Fotokopien, weil die Farben von normalen Ausdrucken beim ersten Regentropfen zerfließen. Computerausdrucke müssen daher laminiert sein!
  3. Die Leute müssen wissen, wonach sie suchen sollen. Erwähnen Sie unbedingt, das es sich um einen Zwerghund handelt und nicht um ein großes Tier!
  4. Bitten Sie um sofortige Benachrichtigung, ausdrücklich auch wenn der Hund nur irgendwo gesehen (!) wurde.
  5. Vermerken Sie, ob das Tier scheu ist und sich ungern greifen lässt. In diesem Fall bitten Sie, es am Fundort in Ruhe zu lassen bis Sie kommen.
  6. Ich persönlich verspreche eine Belohnung für Hilfen, die zum Wiederauffinden führen.


All dieses können Sie vorbereiten, immer dabei hsben und bei Bedarf ergänzt durch die aktuellen Daten (entlaufen wann, wo, letztmals gesehen wann und wo?) ausdrucken bzw weitergeben.
Eine Seite des Blattes versehen Sie mit Adressfeldern zum Abreißen (zwischen den Adressen mit Schere einschneiden) „Papillon entlaufen" sowie ihrer Telefonnummer: mehrfach, zum abreißen.

Vervielfältigen Sie diese Zettel in großer Zahl, heften Sie möglichst viele in der Gegend, wo Sie den Hund vermuten, an Mauern, Wände, Pfosten, Bäume – sichtbar für Autofahrer und für Fußgänger.

Suchzettel in den wichtigsten Straßen in alle Privat-Briefkästen einwerfen.

Lassen Sie sich helfen!

  • Schüler sind erfahrungsgemäß begeisterte Helfer! Geben Sie ihnen ein paar Suchzettel mit.
  • Bieten Sie Taxifahrern, die in Ihrer Gegend arbeiten, Finderlohn, wenn sie Hinweise auf Ihr Tier geben könnten, Hinterlassen Sie auch dort einen Suchzettel.
  • Verteilen Sie Suchzettel an Straßenbahn-Haltestellen und anderen frequentierten Stellen, wie Kiosken, Ampeln, Haltestellen.
  • Tierarzt-Paxis, Apotheke, Arztpraxis, Geschäfte, Bürgerhäuser, Bibliotheken sind weitere wichtige Orte für den Aushang. Sie sollten aber jeweils zuvor die Inhaber ansprechen und um Erlaubnis bitten. Bei fehlender Kooperationsbereitschaft hängt man notfalls Zettel in angemessener Distanz zum Eingangsbereich auf.
  • Verteilen Sie Such-Zettel mit Hilfe von andern Tierfreunden an jeder denkbaren Stelle, speziell in den Hunde-Auslaufbereichen, aber auch an Kinderspielplätzen.
  • Suchen Sie alle umliegenden Schulen auf, bitten Sie, einen Ihrer Zettel am Schwarzen Brett aufhängen zu dürfen. Wo das nicht möglich ist: vielleicht ist auf dem Rückweg durch den Pausenhof doch Gelegenheit, Schülern einen Stapel Zettel zum Verteilen zu übergeben, viele tun das mit Feuereifer. Rund um Schulen sind Aushänge besonders erfolgversprechend.
  • Es gibt Tierzeitschriften, die Suchanzeigen veröffentlichen. Klären Sie im Vorfeld ab, wo dies möglich ist – viele Monatszeitschriften haben zu lange Wartezeiten bis zur Veröffentlichung.
  • Such-Anzeigen veröffentlichen, möglichst mit Foto: in sämtlichen Tageszeitungen, aber vor allem auch in den im Stadtgebiet kostenlos an alle Haushalte verteilten Anzeigenblättern.



Eine winzige Beruhigung zum Schluss:
Auch Papillons können sich als belastungs- und überlebensfähiger erweisen, als man erwartet. Ich weiß von Fällen, wo der unglückliche Besitzer sicher davon ausging, das der Hund verhungern oder bei starkem Frost erfrieren müsste – und nach Tagen einen putzmunteren Hund zurückbekam.